Thomas Bauer und sein neues Buch über Ungarn: Wo die Puszta den Himmel berührt. Auf Umwegen durch Ungarn.

Wo die Puszta den Himmel berührt. Auf Umwegen durch Ungarn.



Wo die Puszta den Himmel berührt.

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[Klappentext des Buches]
Obwohl Ungarn eines unserer beliebtesten Reiseziele und geografisch, kulturell und wirtschaftlich eng mit Deutschland verknüpft ist, kennen wir meistens nur die touristischen Höhepunkte Budapests und den berühmten Plattensee. Doch das Land hat sehr viel mehr zu bieten.

Ungarnkenner Thomas Bauer hat eine liebenswürdige Hommage an das Land der Magyaren, an seine Eigenheiten und an seine Bewohner geschrieben. Unterwegs mit seiner ungarischen Lebensgefährtin bereist er nicht nur Touristenattraktionen wie die Fischerbastei oder die Therme in Budapest. Auf seinen »Umwegen« entdeckt er auch abgelegene Gegenden, unbekannte Sehenswürdigkeiten wie den Stelenpark bei Mohács, und nicht zuletzt besondere Menschen.

In seinem vor Wortwitz sprühenden Bericht unternimmt Thomas Bauer einen Streifzug durch die ungarische Literatur und bringt bedeutende ungarische Erfindungen wie den Hubschrauber oder den Kugelschreiber zur Sprache. Auf charmant-witzige Weise schafft er es, fast nebenbei die über tausendjährige Geschichte Ungarns lebendig werden zu lassen und in die »Feinheiten« der Sprache einzuführen, die jeden Nicht-Ungarn vor schier unüberwindliche Hürden, allein schon in der Aussprache, stellt. Ein Buch für alle Ungarn-Liebhaber und solche, die es werden wollen.

Textausschnitt
Auf dem Széchenyi-Platz, dessen Brunnen der Segen spendenden und zerstörerischen Theiß durch allegorische Darstellungen ein Denkmal setzt, steuern wir eine Bank an und ich beschließe, meine Gastfamilie anzurufen, in der ich damals, als ich in Ungarn Schwimmwettkämpfe und Trainingslager absolvierte, dreimal Unterschlupf gefunden habe. Das war vor achtzehn Jahren, noch vor der politischen Wende von 1989/90 und ein wenig mulmig ist mir schon. Werden mich meine damaligen Gasteltern überhaupt wieder erkennen? Wie leben sie mittlerweile und was ist aus ihrem Sohn Peter geworden, der damals auch im Schwimmverein war? Wie wird die Familie reagieren, wenn ich sie eines schönen Spätnachmittags aus heiterem Himmel anrufe, nachdem wir uns in den vergangenen achtzehn Jahren nicht gesehen haben und nur etwa alle fünf bis acht Jahre ein kurzer Briefwechsel stattgefunden hat? »Jó napot tesék ki az« (»Guten Tag, wer ist da, bitte«), tönt mir aus dem Telefonhörer entgegen, wie mir Maria später erklären wird ich verstehe vorerst nur etwas, das wie »Pott Tee schenkt Chaos« klingt. Passenderweise hört meine Gastfamilie auf den Namen Rausch. »Ähm ja, also hier ist Thomas Bauer, wie läufts denn so?« beginne ich einigermaßen dämlich, weil mir der Chaos schenkende Tee nicht aus dem Kopf geht. »Ist schon ne ganze Weile her, seit wir uns das letzte Mal gesehen haben. Wie gehts Peti zurzeit?« Einige Sekunden lang kommt nur ein entferntes Atmen aus dem Kopfhörer und ich kann förmlich mithören, wie Lászlo, Peters Vater, in seiner Erinnerung kramt. Wie er die Jahre zurückblättert, bis er auf einen kleinen Jungen trifft, der damals zum Frühstück immer Kakao wollte und der seinen Fahrstil so toll fand. »Tomas, wirr frreun uns so! Du bist in Ungarrn? Du musst kommen uns besuchen, wirr machen dirr Mittagessen, Pörkölt mit saurre Gurrken! Wirr rreden überr alte Zeiten, igén?!« Schon immer bin ich von Lászlos Akzent begeistert gewesen – auch wenn er mir damals nicht so stark vorkam wie heute. Vor allem die stakkatoartig kurzen Vokale und das gerollte »r« bringen Feuer in seine Rede. Als er hört, dass Marias Eltern aus Ungarn kommen, ist er restlos begeistert. »Morrgen drreizehn Urr, wirr warrten dirr!«, verspricht er mir am Ende unseres Telefonats.

[Mit freundlicher Genehmigung von Thomas Bauer]

Die Vita von Thomas Bauer
Thomas Bauer wurde 1976 in Stuttgart geboren. Er studierte Diplom-Verwaltungswissenschaft in Konstanz. Schon während seines Studiums war er ein Jahr lang als Greenpeace-Mitarbeiter in Paris und mehrere Monate als Journalist in Sydney tätig. Zur Zeit arbeitet er für das Goethe-Institut in München.

Seine große Reiseleidenschaft führte ihn mehrmals durch Südamerika und nach Osteuropa. Unter anderem fuhr er mit dem Kajak die Donau bis zum Schwarzen Meer entlang. 2004 ging er in drei Monaten zu Fuß vom Bodensee bis nach Santiago de Compostela.

Thomas Bauer gründete 1999 die Stuttgarter Autorengruppe »Wortjongleure« und ist Sänger der spanisch-französischen Gruppe »mariposa«. Neben zahlreichen Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften ist er Herausgeber mehrerer Reiseanthologien und zehn eigener Bücher, darunter »2500 Kilometer zu Fuß durch Europa« über seine Erfahrungen auf dem Jakobsweg.

Weitere Informationen unter: www.literaturnest.de
© Anja Wagner, München

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6. Juni 2007, 11:41 Uhr

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