Ungarische Währung

„Heute Morgen sind wir frischer aufgewacht und können nun leichter atmen“, ein Satz von Ministerpräsident Viktor Orbán am Tag darauf bei der OECD in Paris. Diese Institution habe Anteil am großen Erfolg im heutigen Umfeld der Weltwirtschaft, der Ungarn mit der Rückzahlung gelungen sei.
Ungarn hatte 14,3 Mrd. Euro zu tilgen. Vorrangig wurde der Internationale Währungsfonds (IWF) beretis 2013 vorzeitig ausgezahlt, die Europäische Union erhielt nun im Juli 2016 die letzte Marge von 1,5 Mrd. Euro. Damit ist mit der Staat Ungarn praktisch schuldenfrei.

Die sozialistisch-liberale Gyurcsány-Regierung hatte die gewaltige Summe aufgenommen, nachdem sie das Land bis 2008 an den Rand des Bankrotts manövriert hatte.

Nach Ausbruch der weltwirtschaflichen Krise, waren die Ungarn der erste Staat, der um internationale Hilfe bat. Und hupps sprang der IWF ein und bot 6,5 Mrd. an. Obwohl Ungarn damals nicht im Rufe eines zahlungsfähigen Schuldners stand, bewilligte die Europäische Kommission unter strengen Auflagen sogar 11,9 Mrd. Euro.

Die Budapester Zeitung schreibt dazu:

„Praktisch seit dem EU-Beitritt im Mai 2004 wollten die Sozialisten das Maastricht-Kriterium eines Budgetdefizits von maximal drei Prozent am Bruttoinlandsprodukt (BIP) nicht ernst nehmen, die Staatsschulden wuchsen in acht Jahren MSZP-SZDSZ-Misswirtschaft um dreißig Prozentpunkte auf über 80 Prozent am BIP. Irgendwie hatte Ferenc Gyurcsány aber damals einen Stein im Brett bei den Eurokraten in Brüssel, weshalb diese nicht viel Aufhebens um den Finanzbeistand für Ungarn machten.

Der Devisenanteil erreichte knapp 50 Prozent

Die Rechnung wurde den ungarischen Steuerzahlern präsentiert: Die Devisenschulden im Zentralhaushalt schossen nach 2008 von umgerechnet 2.500 auf knapp 4.500 Mrd. Forint in die Höhe, der Anteil der Fremdwährungen an den Gesamtschulden näherte sich auf dem Höhepunkt der Krise 50 Prozent an. Parallel dazu blähte sich die Bilanzsumme der Ungarischen Nationalbank (MNB) auf, die in den jüngsten Jahren mehr als 35 Mrd. Euro an Devisenreserven verwaltete (siehe Grafik).Um die finanzielle Verletzlichkeit des Landes zu reduzieren, setzte die Orbán- Regierung ab 2010 mehrere
Prioritäten: Die Neuverschuldung des Staatshaushaltes wurde auf die Maastricht-Vorgabe begrenzt, mit dem Einstand der privaten Pensionskassen wurde der ausufernden Staatsverschuldung Einhalt geboten und begann der langsame, aber stetige Abbau der Schulden, während die in Fremdwährungen aufgebauten Positionen systematisch durch eine Forint-Finanzierung ersetzt wurden. Nebenbei wurde die Bombe der Devisenkredite entschärft, mit denen sich die Privathaushalte, Städte und Gemeinden in den Jahren des unbeschwerten Aufschwungs nach der Jahrtausendwende verschuldet hatten. Jetzt brechen aber bessere Zeiten an. Voriges Jahr waren schon weniger als ein Drittel der Schulden des Zentralhaushaltes in Devisen denominiert.“

Die MNB baut z. Zt. den Bestand an Devisenreserven gewaltig ab. Anfang April 2016 wurde seit sieben Jahren der nierigste Wert erreicht, ohne die Rückzahlung der letzten Rate von 1,5 Mrd. Euro an die EU-Kommission zu berücksichtigen. Wirtschaftsminister Varga zieht nun den Schluss, dass mit der beendeten Tilgung des IWF/EU-Darlehens für Ungarn bessere Zeiten anbrechen. Erfreulich wird damit auch das Rating der internationalen Agenturen ausfallen – einem nachhaltigen Wirtschaftswachstum dürfte nun nur wenig im Wege stehen.

Orbán hat alle ungarischen Familien eingeladen, eine gute Flasche Rotwein zu öffnen und den Erfolg der Kreditrückzahlung zu begießen sowie auf das Wohl der Heimat anzustoßen, die endlich weitere Altlasten, teils auch noch aus der Zeit des „Gulaschkommunimus“ abgeschüttelt hat.
Autor des Originalartikels, Rainer Ackermann.

Schlussfolgerung: Ein Grund mehr mal wieder nach Ungarn zu fahren!
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