Mittelprächtig
Ein Kurzbericht des Pesterlloyd, der deutschsprachigen Zeitung in Ungarn.

Nach einer ersten Schätzung von KSH und Ecostat ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Ungarn im I. Quartal 2006 um 4,5% gewachsen. Im vorigen Jahr war der Jahresanfang mit +3,2% noch ziemlich misslungen. Die jetzt veröffentlichte Zahl entspricht den Erwartungen des Marktes und bedeutet eine Fortsetzung des Wachstumstrends des Jahres 2005.

Damit rangiert Ungarn innerhalb der Region auf einer Ebene mit Kroatien, Slowenien und Tschechien, entwickelt sich aber weniger dynamisch als die Slowakei und Polen, ganz zu schweigen von den EU-Beitrittskandidaten Rumänien und Bulgarien oder vom Baltikum.

Die Regierung hebt an dieser Stelle gerne hervor, dass Europa nur mit 2% wächst und Ungarn somit seinen Wachstumsvorsprung verteidigt. Die international belebte Konjunktur trägt wenigstens indirekt dazu bei, dass die Notenbank in ihrem jüngsten Inflationsbericht von mittelfristig höheren Teuerungsraten ausgeht. Für dieses Jahr erwartet die Analyse die Kerninflation auf dem historischen Tiefstand von 1%, den Verbraucherpreisindex (inklusive Lebensmitteln, Energie- und Kraftstoffpreisen) hingegen auf 2,1%. In den Jahren 2007 und 2008 könnte die Verbraucherinflation sogar über das deklarierte Inflationsziel von 3% hinausschießen. Den Leitzins von 6% rührt der Währungsrat der Notenbank aber schon deshalb nicht an, weil zunächst das neue Regierungsprogramm abgewartet wird. …

[Mit freundlcher Genehmigung von Anikó Halmai, Verlagsleiterin des PESTER LLOYD]
http://www.pesterlloyd.net/

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