Das aber ändert sich gründlich; die wachsende Reisebereitschaft der Magyaren macht Charterflüge attraktiv, die nicht unbedingt aus der Hauptstadt starten müssen, während die Billigflieger so viele Ausländer nach Ungarn befördern, dass Ferihegy ganz einfach an seine Grenzen stößt.

Schon aus diesem Grunde hat sich der größte Diskontanbieter Europas, Ryanair, für die Aufnahme einer Flugverbindung zwischen Sármellék am Plattensee und London entschieden. Regionaldirektorin Katja Zarbock rechnet in der ersten Saison mit 40.000 Reisenden auf der neuen, vorerst dreimal pro Woche bedienten Strecke, die am 4. Mai ihre Premiere erlebt. Die Flugzeuge werden zu 60% durch Briten gefüllt, aber immerhin zu 40% durch Ungarn, für die London zu den neuen Favoriten im Angebot der Städtereisen zählt.

Germanwings spricht schon bei einer Belegung der Maschinen zu 35% mit ungarischen Passagieren von überdurchschnittlich guten Zahlen, die sich auf Flüge nach Köln und Stuttgart beziehen. Bei einer Auslastungsrate von gut 85% sieht Country Manager Marc-Kristian Gerdes das Hauptproblem seiner Gesellschaft darin, dass der laufend aufgerüstete Maschinenpark von derzeit 22 Flugzeugen noch immer nicht mit der Nachfrage mithalten kann. Budapest, in dessen Relation im Vorjahr 192.000 Reisegäste gezählt wurden, wird von künftigen Erweiterungen vornehmlich in der Form profitieren, dass die bestehenden Städteverbindungen eine höhere Frequenz erhalten. Mehr Maschinen am Tag kommen vor allem Geschäftsleuten entgegen. Ob Germanwings aber in den Wettbewerb um Berlin (gegen AirBerlin oder EasyJet) oder Hamburg (gegen Lufthansa) eingreifen will, ist noch in der Schwebe.

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Letztgenannte Anbieter verfechten ähnlich wie Malév, SkyEurope und WizzAir strategische Interessen auf dem ungarischen Markt, und schauen sich dabei zunehmend nach jenen Kunden um, die sich auch eine Landung außerhalb von Budapest vorstellen können. So wie Austrian, die ab Sonntag wöchentlich vier Flüge zwischen Pécs und Wien mit Bombardier-Maschinen auflegt und damit dem vierten regionalen Zivilflughafen in Ungarn eine internationale Kundschaft verschafft.

Mit freundlicher Genehmigung
[mit freundlicher Genehmigung von Anikó Halmai, Verlagsleiterin]
(PESTER LLOYD)
http://www.pesterlloyd.net/